Die Geschichte des Stromturms in Damm

Der Turmverein Damm e.V. hat von der RWE Deutschland AG ein Trafohäuschen in Schermbeck- Damm im nordrhein-westfälischen Kreis Wesel gekauft, vor dem Abriss gerettet und dort das Kleinste Strommuseum der Welt eingerichtet. In mühevoller Kleinarbeit und nicht zuletzt durch die Unterstützung zahlreicher Förderer, Helferinnen und Helfer ist es gelungen, ein interessant ausgestattetes kleines Museum zu eröffnen. Der Turmverein Damm e.V. ist gemeinnützig und hat im Dezember 2015 insgesamt 379 Mitglieder.

Historie
Der Turm wurde 1911 erbaut und versorgte den Ortsteil Damm ab 1912 mit elektrischem Strom. Darauf war das Trafohäuschen viele Jahrzehnte lang in Betrieb. Im Jahr 2005 begann der Betreiber RWE allerdings, die Trafostationen im ganzen Land nach und nach außer Betrieb zu nehmen, weil die Leitungen unter die Erde verlegt werden sollten. Nicht mehr benötigten Türmen drohte der Abriss. Der Dammer Ochse – das Wappen des ansässigen Schützen vereins und in Eigen regie von Dammer Bürgern auf den Turm gemalt – bewahrte das schmucke Bauwerk jedoch vor dem Abrisstrupp.

Engagement durch den Verein
Lange wurde überlegt, was man mit einem Turm anfangen kann. Aus den vielen Ideen entwickelte sich das heutige Konzept. 2009 wurde der Turmverein Damm e.V. gegründet, zwei Jahre später, Ende Mai 2011, konnte das „Kleinste Strommuseum der Welt“ eröffnet werden. Der Turmverein arbeitet rein ehrenamtlich und hat sich der Heimatkunde und Heimatpfl ege verschrieben.

Angebote des Vereins
Das ehemalige Trafohäuschen wird als das „Kleinste Strommuseum der Welt“ vom Turmverein Damm e.V. betrieben. Auf zwei Ebenen stehen Vitrinen mit sehenswerten Schaustücken, darunter der leuchtende Stopfpilz von Altbundeskanzler Konrad Adenauer, alte Brennscheren zur Haarpfl ege, Stromprüfer und vieles mehr. Dass dieses alles eine tolle Idee ist, fand auch das „große“ Strommuseum in Recklinghausen, mit dem der Turmverein Damm kooperiert und so auch Wechselausstellungen anbieten kann. Damit der Verein buchstäblich in „aller Munde“ ist, erfreuen sich die Turmprodukte großer Beliebtheit. Es gibt Turmbräu Pils, Turmschnäpse, Turmbrot, Turm- käse und Turmsalami. Für Modelleisenbahner gibt es den Turm als Kartonmodell-Baubogen zum Nachbauen in den Spurgrößen H0, TT, N und Z.

Umfeld
Das Strommuseum der Gemeinde Schermbeck liegt im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland im Ortsteil Damm und in Sichtweite nördlich der B58. Über die Zufahrtsstraße Zum Elsenberg gelangt man in nördlicher Richtung in den Dämmerwald mit vielen Radfahr- und Wandermöglichkeiten sowie zu mehreren touristischen Zielen. Auch das Naturschutzgebiet Loosenberge ist von hier in wenigen Minuten erreichbar.

Quellenangabe:
BUND HEIMAT UND UMWELT IN DEUTSCHLAND (BHU)
Bundesverband für Kultur, Natur und Heimat e.V.

Die Gründung des Vereins Turmverein Damm e.V. - Heimatpflege, Heimatkunde

Vor einigen Jahren sollte der 1911 erbaute Turm am Elsenberg weichen. Einem schnöden Mast aus Metall. Das haben die Dammer verhindert. Dann war erst einmal einige Jahre Ruhe. Bis vor zwei Jahren. Das RWE fing an, die Stromleitungen zu den Häusern im Erdreich verschwinden zu lassen. Weg waren die Freileitungen. Die waren vor allem bei Stürmen störungsanfällig. Damit wurde aber auch der Trafoturm nicht mehr benötigt, sein Abriss vorbereitet. Aber es kam anders.

Die Arbeiter sahen den Ochsenkopf, der eine Wand des Turmes ziert. Das Emblem des Schützenvereins hatten vor vier Jahren die Dammer Bürger aufmalen lassen. Die Idee, dass sich die Schützen auch um den Turm kümmern, fanden die Vereinsmitglieder aber nicht so gut. "Sie haben genug zu tun", meint Hermann Göbel. Also wurde überlegt, was gemacht werden könnte. "Vor gut einem Jahr sind wir übereingekommen, dass wir einen Verein gründen", berichtet Göbel. Am 2. April wurde der Turmverein Damm gegründet, eine Satzung verabschiedet. 14 Dammer haben an der Gründungsversammlung in der Gaststätte Wortelkamp teilgenommen.

Nach der Eintragung ins Vereinsregister sollen weitere Mitglieder geworben worden. Das Interesse sei vorhanden, so Göbel, der möglichst viele Dammer mit ins Boot holen möchte.

Nicht nur der Erhalt des Trafohäuschens ist Vereinsziel, man versteht sich als Heimatverein. Vielleicht gibt es ja in Damm weitere historische Gebäude. In der nächsten Zeit geht es aber in erster Linie um den weißen Turm. Die Kabel sind zwar gekappt, der Trafo ist demontiert worden, doch sonst alles im Gebäude erhalten geblieben.

(aus: Der Westen "Der Dammer Turm fällt nicht" von Michael Turek vom 20.4.2009)

Zum symbolischen Preis von einem Euro verkaufte RWE Rheinland Westfalen Netz ihre Turmstation in Damm. Mit einer offiziellen Schlüsselübergabe wurde der Turmverein Damm e. V. Heimatpflege - Heimatkunde neuer Eigentümer der stillgelegten Station. Mit Gründung des Turmvereins, hat Damm jetzt auch einen Heimatverein. Der Schützenverein Damm begrüßt den Erhalt des Turms, das Turmbild der Dammer Ochse, wird weiterhin die Besucher des Schützenfestes sowie Gäste des Niederrheins begrüßen.

Der Verein in Damm zeigte Interesse an der Erhaltung der Turmstation, so dass der Abbruch verhindert wurde. Der Verein möchte die Station als kleinstes Strommuseum Deutschland erhalten und interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich über Strom zu informieren. Als erster Stromabnehmer ist die alte Dorfschule Damm eingetragen. Kontakte zum größten Strommuseum der RWE in Recklinghausen sind geknüpft und eine Zusammenarbeit soll stattfinden .

Rainer Hegmann, Leiter der Hauptregion Rhein-Ruhr, freut sich, dass die Turmstation als Zeuge der "Stromgeschichte" bestehen bleibt. "Durch den Verkauf des Umspannhauses konnten wir die Abrisskosten einsparen. Daran möchten wir den Turmverein teilhaben lassen und unterstützen ihn finanziell bei den Restaurierungsarbeiten der Station."

(aus: RWE Rheinland Westfalen Netz  "RWE übergibt Station an Turmverein Damm" vom 11.12.2009)